Beratung & Therapie

Sexualität und Gesellschaft

Ob, auf welche Art und in welchen Ausprägungen ein Mensch Sexualität lebt, ist nicht nur von individuellen Voraussetzungen und Entwicklungsbedingungen, sondern auch von den Gegebenheiten einer bestimmten Epoche und Kultur, den gesellschaftlichen Verhältnissen, abhängig.  Dabei unterliegt Sexualität den jeweils herrschenden Normen, Werten und Rollenzuweisungen.

In unserer Zeit steht einer fortdauernden Tabuisierung von Sexualität ein zunehmender öffentlicher Diskurs gegenüber.  Hinzu kommt die Tendenz, Sexualität zu funktionalisieren.  Intensive sinnliche Erfahrung und die Überwindung von Isolation werden ebenso von der Sexualität erhofft, wie die Gewährung möglichst aufschub- und problemloser Befriedigung.

Die Vorstellung, daß eine befriedigende Zweierbeziehung auch lustvolle Sexualität beinhalten sollte, ist allgemeines Gedankengut.  Lust und Liebe gelten als notwendige Grundlage von Partnerschaft.  Die heutigen westlichen Erscheinungsweisen von Sexualität und Beziehung entwickelten sich jedoch erst in den letzten 200 Jahren.  Infolge der gegen Ende des 18. Jahrhunderts einsetzenden Industrialisierung kam es zu veränderten Beziehungen der Menschen.  Paarbeziehungen wurden weniger wegen ökonomischer Notwendigkeiten, sondern immer mehr aufgrund von Liebesgefühlen, die auch in sexuell intensiven Erlebnissen erfahren werden sollen, eingegangen.

Befriedigende Sexualität wird heute mehr und mehr als Garant für das Gelingen einer Paarbeziehung betrachtet und scheint ihre Existenzberechtigung zu bestimmen.  Sexualität erhält dadurch einen hohen Stellenwert.

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